Fünf kostenlose Virenscanner für Linux
Probleme mit Ungeziefer? Keinesfalls! Aber wie heißt es so schön? “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!” Wer wenig Wert auf ungebetene Untermieter legt, sollte auch unter Linux an die Sicherheit seines Systems denken und dazu gehört unter anderem ein Viren-Scanner. Zugegeben: Viren gibt es unter Linux bislang zum Glück extrem wenige, denn diese haben es in vielen Fällen unter Linux schwer. Hier dürften so genannte Exploits eine etwas größere Gefahr darstellen.
Wer seine Software nur aus dem Repository der jeweiligen Linux-Distribution bezieht, hat eigentlich nichts zu befürchten, auch wenn es die 100 %-ige Sicherheit nicht gibt. Software aus anderen Quellen, insbesondere aus eher dubiosen Quellen, birgt jedoch immer eine gewisse Gefahr. Auch bin ich mir nichts sicher, was Windows-Viren imstande sind unter Linux anzurichten, wenn sie als Anhängsel einer Windows-Anwendung mit Wine (eine Art Windows-API) ausgeführt werden. Das wäre nochmal interessant so was zu erfahren.
An Viren-Scannern für Linux mangelt es nicht, auch wenn viele darauf ausgerichtet sind auf MTAs (Mail Transfer Agents) für die nötige Sicherheit beim E-Mail-Verkehr zwischen Absender und Empfänger zu sorgen. Die Erkennung von Viren konzentriert sich in jedem Falle überwiegend auf Windows-Viren. Die meisten dieser Viren-Scanner gibt es auch nicht umsonst, doch einige Hersteller offerieren für Privat-Anwender, ähnlich wie unter anderen Betriebssystemen, kostenlose Anti-Viren-Tools.
Hier die fünf Kandidaten … .
ClamAV (Clam AntiVirus) ist das einzige mir bekannte Open Source Projekt im Bereich der Virenscanner. Die Software ist laut Angaben der Entwickler für das Scannen vom E-Mails auf Mail-Gateways gedacht, kann jedoch mit der dazugehörigen GUI (ClamTk) auch grafisch als Virenscanner genutzt werden. ClamAV bringt eine Reihe nützlicher Tools mit, zu denen neben einem CLI-Scanner (Command Line Interface Scanner) ein automatischer Updater der Viren-Definitionen und ein multi-thread-fähiger Dämon gehören.
Ich empfehle im Repository der jeweiligen Distribution nachzuschauen, ob beides als Paket vorhanden ist und es aus darüber zu installieren. Unter Ubuntu geschieht die Installation am schnellsten über die Shell wie folgt:
sudo apt-get install clamav clamtk nautilus-clamscan
Hier ist auch eine Erweiterung für den Dateimanager Nautilus vorhanden, mit der man über das Kontext-Menü einzelne Dateien oder Verzeichnisse bequem scannen kann.
avast! Linux Home Edition
Die Software besteht aus einem reinen Scanner, die Updates der Viren-Definitionen müssen manuell gezogen werden, können jedoch beim manuellen Programmstart zumindest halb-automatisch bezogen werden. Diese scheinen jedoch etwas klobig zu sein oder die Übertragungsrate zumindest recht eingeschränkt. Der Scanner arbeitet für meine Empfindung sehr flott und die GUI ist übersichtlich. Ein kostenloser Lizenz-Schlüssel ist für Privat-Anwender nach einer Registrierung verfügbar. Er läuft nach einem Jahr ab, kann dann aber wieder beantragt werden.
AVG Anti-Virus Free Edition for Linux
Die vorliegende Version 8.5 besteht aus einer Sammlung von Shell-Tools, zu denen auch ein sehr flotter CLI-Scanner gehört. Ein Dämon läuft im Hintergrund und sorgt für die Echtzeitprüfung. Leider bin ich mir nicht mehr sicher, ob die Updates automatisch heruntergeladen wurden, aber ein manuelles Update ist auf alle Fälle möglich. Leider gibt es die in Version 7 vorhandene GUI hier nicht mehr, oder ich habe etwas übersehen.
Avira AntiVir Personal – FREE Antivirus
Ein sehr guter Virenscanner für die Shell (CLI-Scanner) mit der Möglichkeit automatische Updates der Viren-Definitonen im Hintergrund durchzuführen. Es gibt außerdem die Möglichkeit einen Dämon für die Echtzeitprüfung zu installieren. Dieser erfordert jedoch die Installation des eigens von Avira entwickelten DazukoFS-Dateisystems. Ein sehr guter Virenscanner, für Linux-Einsteiger vermutlich nur etwas knifflig und abschreckend, da Installation sowie Benutzung über die Shell erfolgen und eine eventuelle Konfiguration das Editieren von Konfigurationsdateien erfordert.
BitDefender Antivirus Scanner for Unices
Auch das ist – ähnlich wie das Produkt von avast! – ein reiner Viren-Scanner. Die Viren-Definitionen müssen manuell aktualisiert werden, sie sind jedoch sehr kompakt und somit schnell auf dem Rechner. Und auch dieser Scanner ist meiner Empfindung nach sehr flott und hat eine übersichtliche GUI. Zudem gibt es einen CLI-Scanner, mit dem man über die Shell scannen kann, und eine “Drop Zone”, also ein kleines Fenster, in das man per “Drag & Drop” Dateien zur Prüfung ziehen kann. Ein kostenloser Lizenz-Schlüssel ist für Privat-Anwender nach einer Registrierung verfügbar. Auch er läuft nach einiger Zeit (99 Tage) ab, kann dann aber auch wieder beantragt werden.
Ein kleiner Hinweis noch
Ob reine Viren-Scanner oder lieber doch Viren-Scannern mit einem im Hintergrund laufenden Dämon (Echtzeit-Überprüfung oder auch “Realtime-Protection” genannt) – was davon sinnvoll oder nötig sind, das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich bevorzuge reine Virenscanner, da ich im Hintergrund laufende Antiviren-Software unter Linux für Ressourcen-Verschwendung halte, die sich unter bestimmten Umständen sehr negativ auf die System-Performance auswirken kann. Ein gelegentlicher ~-Scan (~ = /home/BENUTZER) sollte vollkommen ausreichend sein, sofern man sich nicht wie ein Elefant im Porzellanladen aufführt. Ich persönlich scanne einmal alle vier bis zwölf Wochen.
-
live-sex-chats liked this
-
herberrt1 liked this
-
la-crepe liked this
-
commander-viagra-en-ligne liked this
-
ubuntujunkie posted this