Kalender-Synchronisation in Sunbird/Lightning mit WebDAV

Kalender-Programme sind schon was Tolles. Endlich kein nerviger Papierkram für die zu erledigenden Aufgaben und bevorstehenden Termine auf dem Schreibtisch. Zu dumm nur, wenn man mehr als einen Rechner besitzt, an denen man arbeitet. Und dann ist da noch der Rechner bei der Arbeit, über den man gerne auf seinen Kalender zugreifen möchte.

Eine mögliche Lösung dieses Problems ist die Benutzung eines Online-Kalenders, wie zum Beispiel “Google Calendar”. Dieser hat unter anderem den Vorteil, dass er aus “Sunbird” beziehungsweise der Thunderbird-Erweiterung “Lightning” heraus abrufbar ist. Wer diese Lösung jedoch nicht mag, sei es aus Bedenken gegenüber Google oder anderen Gründen, der kann – aufbauend auf einem vorherigen Beitrag zur Speicherung von Daten in der Cloud – seine Kalenderdaten auch auf einem WebDAV-fähigen Speicherplatz online speichern und von dort aus abrufen.

Beispiel mit WebDAV-Speicher von Box.net

Wir versuchen uns mal am kostenlosen 1-GByte-WebDAV-Speicher von Box.net. Ein bereits vorhandener WebDAV-Account bei Box.net oder einem anderen Anbieter ist hier natürlich Voraussetzung.

Dazu klicken wir ganz einfach in Kalender-Bereich, wo die eigenen Kalender aufgelistet sind, zunächst mit der rechten Maustaste rein, um das Kontextmenü aufzurufen. Dort wählen wir dann den Punkt “Neuer Kalender …” aus.

Schritt 1: Neuen Kalender anlegen

Im nun erschienenen Fenster “Neuen Kalender erstellen” wählen wir die Option “Im Netzwerk”, um unseren zukünftigen Kalender in einem Netzwerk zu speichern – nämlich auf dem Server des Anbieters unseres WebDAV-Speichers.

Schritt 2: Speicherort für Kalender festlegen

Nach einem Klick auf “Weiter” wählen wir nun unter “Format” die Option “iCalendar (ICS)” aus und geben unten die Adresse des Speicherortes an. Im Beispiel mit Box.net lautet diese zum Beispiel so:

https://www.box.net/dav/dateiname_des_kalenders.ics

Schritt 3: Format und Namen der Kalenderdatei festlegen

Nach einem erneuten Klick auf “Weiter” und einem anschließenden Login mit den eigenen Benutzerdaten, kann man nun den anzuzeigenden Namen des Kalenders, sowie seine bevorzugte Farbe und die Erinnerungs-Optionen auswählen.

Schritt 4: Kalender anpassen

Dann nochmal ein Klick auf “Weiter” zum Dritten und das war es auch schon. Von nun an wird auf diesen Kalender über WebDAV zugegriffen – sowohl lesend, wie auch schreibend. Die angegebene Kalender-Datei wird übrigens erst auf dem WebDAV-Speicher erstellt, sobald ein Termin oder eine Aufgabe im Kalender angelegt wurde.

Wer möchte, kann auch bereits vorhandene Kalender auf seinen WebDAV-Speicher befördern. Dazu klickt man ganz einfach mit der rechten Maustaste auf einen Kalender und wählt dort im Kontextmenü den Punkt “Kalender publizieren …”.

Kalender publizieren – Schritt 1 von 2

Nun gibt man nur noch die Adresse der gewünschten Datei ein und klickt auf “Publizieren”. In unserem Beispiel lautet die komplette Adresse, inklusive Dateinamen:

https://www.box.net/dav/mein_kalender.ics

Nach einer kurzen Zeit wird auf dem Server eine Datei mit dem gewünschten Dateinamen erstellt. Dabei sollte man sicher gehen, dass man keine Datei überschreibt.

Kalender publizieren – Schritt 2 von 2

Dieser Vorgang ist sinnvoll, wenn man Kalender-Dateien nur gelegentlich manuell aktualisieren möchte, um sie von einem anderen Rechner abzurufen, oder um einfach ein Backup seines Kalenders auf einem WebDAV-Speicher zu erstellen.

Übrigens: Aus Sunbird beziehungsweise Lightning gelöschte Kalender verbleiben noch immer auf dem WebDAV-Speicher. Sundbird/Lightning behält die Daten auf dem (virtuellen) Datenträger, da sie eventuell noch ein anderes Mal oder von einem anderen Ort benötigt werden könnten. Nicht mehr benötigte Kalender-Dateien sollten also von Hand gelöscht werden. Dieses Verhalten ist völlig normal und wird auch bei lokal gespeicherten Kalendern angewandt.

Drei gut gemeinte Hinweise zum Schluss:

  1. Wichtig ist, dass man regelmäßig ein Backup seines Online-Kalenders anlegt, und zwar nicht auf dem gleichen WebDAV-Speicher, wo man für gewöhnlich auch seine Kalender-Datei von abruft! Sollte der eingesetzte WebDAV-Anbieter nämlich irgendwann von der Bildfläche verschwinden oder die Daten wegen Störungen gelöscht werden, so geht man damit auf Nummer sicher auch in Zukunft noch auf seine Termine und Aufgaben-Listen zugreifen zu können.
  2. Auch sollte man beachten, dass WebDAV – wie eigentlich jeder Online-Dienst – aus technischen Gründen mal eine Zeit lang nicht erreichbar sein kann!
  3. Wer seine Daten online speichert, geht theoretisch immer das Risiko ein, dass im Falle einer Sicherheitslücke Fremde darauf Zugriff haben. Sensible Termin- und Aufgaben-Daten sollten daher nur dann online gespeichert werden, wenn man dem WebDAV-Anbieter das entsprechende Vertrauen gegenüber aufbringt und zudem sich sicher sein kann, dass auch auf dem Weg der Daten zum WebDAV-Speicher alles genügend gesichert abläuft.