Versteckte Optionen unter Ubuntu mit dem GConf-Editor bearbeiten

Unter Ubuntu, genauer gesagt unter der grafischen Oberfläche “Gnome”, gibt es im Heimatverzeichnis (~) einen versteckten Unterordner mit dem Namen .gconf, der Geheimnisse birgt.

Wer um Mitternacht, beim Licht eines vollen grünen Mondes, einem Einhorn mit seiner Hand tief hinten reingr… . Ok, ich habe es versaut. Das war jetzt zu theatralisch. Aber damit wollte ich nur auf eines zu sprechen kommen: Dies hier soll nicht ein Bericht im Stil diverser Zeitschriften werden, die vorne auf dem Cover groß Titeln: “200 geheime Experten-Hacker-Tipps, von denen niemand wissen sollte!”

Der besagte, versteckte Ordnet existiert tatsächlich und er enthält weitere Unterordner, die wiederum Unterordner enthalten und so weiter. Irgendwann enthalten jene Unterordner jedoch XML-Dateien, die mit einem Editor geöffnet und bearbeitet werden können. Durch diese XML-Dateien lassen sich Gnome und zahlreiche andere GTK-Anwendungen mit Optionen konfigurieren, die vielleicht nirgendwo sichtbar sind. Oft ist das gar nicht nötig, weshalb die Optionen auch so versteckt liegen, zumal man sich damit – wenn man zu viel darin rumwühlt, ohne zu wissen, was man tut – auch ganz hervorragend Gnome oder die eine oder andere Anwendung unter Umständen zerschießen kann. Wer dann nicht weiß, wie er/sie das wieder gerade biegt, steht erstmal ohne Hosen da. Wer sich diese Ordner-Struktur übrigens mal angeschaut hat, stellte bestimmt schnell fest, dass die Ordner logisch benannt sind: Nach auf dem System vorhandenen Anwendungen.

Jedenfalls sind diese Dateien auch einfacher zugänglich und komfortabler zu bearbeiten, unter einer Oberfläche des GConf-Editors vereint. Diesen startet man in der Shell ganz einfach über den Befehl gconf-editor. Wer sich das nicht merken kann oder wem das zu blöd ist, der mache bitte folgendes: Rechtsklick auf das Ubuntu-Menü → “Menüs bearbeiten” → “Systemwerkzeuge” → beim “Konfigurationseditor” das Häkchen setzen. Nun findet sich der “Konfigurationseditor”/”GConf-Editor” auch im Menü “Systemwerkzeuge” wieder.

Das Fenster, das sich einem nun bietet, ist dreigeteilt. Links ist die bereits beschriebene Ordner-Struktur zu finden. Rechts oben sind die Werte einer im links ausgewählten Unterordner enthaltenen XML-Datei zu finden. Diese Werte (auch “Schlüssel” genannt) werden natürlich nicht als Konfigurationsdatei, sondern als grafische Elemente dargestellt, also keine Angst. Und unten kann man jeweils eine Beschreibung des ausgewählten Schlüssels nachlesen.

GConf-Editor

Wozu das alles gut ist

Soweit die Geschichte von der Geschichte. Wozu das alles nun gut ist, möchte ich anhand von sechs Beispielen demonstrieren. Weitere Kniffe müsst ihr euch selbst “erarbeiten” oder ergoogeln.

Mich hat es immer gestört, dass die Icons von USB-Sticks oder anderen, neu gemounteten Medien auf dem Desktop landen. Das macht Gnome zwar schon seit je her so, aber ich finde es einfach unschön. Ich möchte das nicht.

Lösung: /apps/nautilus/desktop/volumes_visible → deaktivieren


Auf meinem Notebook habe ich einen 15,4” WXGA-Bildschirm. Dadurch habe ich zwar 1280 Pixel an Auflösung in der Breite, aber nur 800 Pixel an Auflösung in der Höhe. Da ich viel in den Gnome-Panels abgelegt habe, habe ich oben und unten am Bildschirm ein Panel. Das untere Panel versteckt sich allerdings automatisch, um etwas mehr Platz in der Höhe zu haben. Bisher fand ich die Reaktion allerdings zu träge, mit der es wieder erscheint, wenn man es mit der Maus berührt.

Lösung: /apps/panel/toplevels/bottom_panel_screen0/unhide_delay → auf 50 setzen


Eines Tages habe ich festgestellt, dass wenn ich Archive erstelle, diese nicht mit der höchsten Kompressionsrate komprimiert werden. dies ist prima, weil der Kompressionsvorgang somit etwas schneller abläuft, aber mir sind niedrigere Dateigrößen wichtiger, auch wenn ich dabei etwas länger warten muss.

Lösung: /apps/file-roller/general/compression_level → auf “maximum” setzen


Dies ist kein Tipp, den ich selbst benutze, aber ich weiß, dass viele, die von Windows zu Ubuntu wechseln, irritiert sind, dass sie keinen Arbeitsplatz auf dem Desktop finden.

Lösung: /apps/nautilus/desktop/computer_icon_visible → aktivieren


Und noch so ein Tipp, wem die “Eigenen Dateien” auf dem Desktop fehlen. Hiermit befördert man das Heim-Verzeichnis zusätzlich nochmal auf den Desktop.

Lösung: /apps/nautilus/desktop/home_icon_visible → aktivieren


Viele Ubuntu-Neulinge finden den Mülleimer nicht wieder, in den sie vorhin noch etwas verschoben haben und nun doch lieber wieder zurück hätten. Dieser befindet sich zwar im unteren Panel rechts, aber wer mag, kann ihn auch auf den Desktop zaubern.

Lösung: /apps/nautilus/desktop/trash_icon_visible → aktivieren

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