26 Mac- und Windows-Standard-Fonts für Ubuntu

Leider bietet Ubuntu nach der Installation keine große Auswahl an Schriftarten und kaufen möchte man nicht unbedingt welche, wenn man damit nicht gerade seinen Lebensunterhalt verdient. Schöne Schriftarten sind aber immer was Feines, nicht nur wenn man mit InkScape, Scribus oder Gimp gestaltet. Auch beim Austausch von Dokumenten, beispielsweise zwischen Windows und Linux, können einige zusätzliche Schriftarten praktisch sein, besonders, wenn in einem zugeschickten Dokument einige Standardschriftarten von Office 2007 verwendet werden. Daher hier eine Auswahl an Standard-Schriftarten der Systeme Windows und Mac zum Nachinstallieren unter Ubuntu.


Installation von Schriften

Wo und wie man Schriften installiert, möchte ich hier nicht noch einmal erwähnen. Wer sich darüber nicht sicher ist, kann dies im Folgenden Beitrag nachlesen, unter „Schriften installieren“. Diese Anleitung ist auch für all die interessant, welche die Schriften systemweit installieren möchten. In den folgenden Beispielen installiere ich die Schriften, welche von Hand installiert werden müssen, ausschließlich für den aktuellen Benutzer.


Die Standard-Fonts

Bestimmte Schriftarten, die man z.B. von Windows oder vom Mac her kennt, sind standardmäßg unter Ubuntu nicht verfügbar, da sie einem Urheberrecht unterliegen und es sich somit um keine freie Software handelt. Es gibt allerdings trotzdem eine legale Möglichkeit diese Schriften zu installieren. Einige der Schriften sind im Repository enthalten, andere kann man über kleine Umwege herunterladen und nachinstallieren. Doch der Reihe nach… .

MS Core Fonts
Die MS Core Fonts sind von der Microsoft-Seite als ausführbare Installation verfügbar. Aus diesem Grund gibt es auch ein vorgefertigtes Paket im Repository von Ubuntu, welches diese Schriftarten automatisiert herunterlädt und installiert. Enthalten sind darin folgende Schriftarten:

  • Andale Mono
  • Arial
  • Arial Black
  • Comic Sans MS
  • Courier New
  • Georgia
  • Impact
  • Times New Roman
  • Trebuchet MS
  • Verdana
  • Webdings

Installieren kann man das MS Core Fonts-Paket über die Shell mit folgender Zeile:

sudo apt-get install ttf-mscorefonts-installer


Tahoma
Wie ihr vermutlich schon bemerkt habt, ist unter den MS Core Fonts leider nicht die durchaus beliebte Schriftart Tahoma enthalten. Da diese dem Urheberrecht unterliegt und auch nicht von Microsoft zum Download angeboten wird, wurde sie vom Wine-Team sozusagen nachgebaut. Wer Wine installiert hat, hat vermutlich auch bereits Tahoma auf seinem System. Andernfalls kann man Tahoma wie folgt über die Shell installieren:

sudo apt-get install ttf-tahoma-replacement


Office 2007 Fonts
Seit Office 2007 gibt es nun einige Fonts, die nur indirekt von Microsoft zum Download angeboten werden. Sie sind im PowerPoint Viewer 2007 enthalten und müssen deshalb von Hand heruntergeladen, entpackt und installiert werden. Enthalten sind darin folgende Schriftarten:

  • Calibri
  • Cambria
  • Candara
  • Consolas
  • Constantia
  • Corbel

Für diesen Vorgang benötigen wir das Programm cabextract, welches wie folgt aus dem Repository installiert werden kann:

sudo apt-get install cabextract

Nun muss der PowerPoint Viewer 2007 zunächst heruntergeladen werden. Ich mache das in meinem Beispiel auf den Desktop. Anschließend klickt man mit der rechten Maustaste auf die PowerPointViewer.exe-Datei und wählt im Kontextmenü „Hier entpacken“ aus. Nun wechselt man in der Shell in das soeben entpackte Verzeichnis und entpackt dort erneut und zwar das CAB-Archiv, welches unter anderem die vorhin erwähnten Schriftarten beinhaltet:

cabextract ppviewer.cab

Zuletzt müssen nur noch die gerade entpackten Schriftendateien installiert werden. Ich schiebe diese gleich in ein separates Verzeichnis namens office2007:

mkdir ~/.fonts/office2007 && cp *.TTF ~/.fonts/office2007

Fertig. Anschließend kann man die heruntergeladenen und entpackten Dateien wieder vom System entfernen.


DejaVu
Weniger bekannt dürften die DejaVu-Schriften sein, welche aber meiner Meinung nach schon irgendwie zu den Standardschriften gehören. Im Repository befindet sich das Paket ttf-dejavu welches folgende DejaVu-Schriften enthält:

  • DejaVu Serif
  • Dejavu Sans
  • DejaVu Mono

Installiert wird dieses Paket über die Shell mit der folgenden Zeile:

sudo apt-get install ttf-dejavu


Mac OSX Fonts
Einige von Mac OSX her bekannte Schriften, kann man hier herunterladen. Installiert werden die Schriften wie bereits oben erwähnt. Enthalten sind im Archiv folgende Schriftarten:

  • Apple Garamond
  • Aquabase
  • Lithgrl
  • Lucida Grande
  • Lucida MAC

OpenOffice 3.2 aus PPA-Quellen installieren/upgraden

Lange habe ich als Nutzer von Ubuntu 9.10 auf OpenOffice 3.2 gewartet, da diese Version einige für mich wichtige Änderungen mitbringt – insbesondere die von mir lang ersehnte Unterstützung für OpenType-Schriften. Nun ist die besagte Version des freien Office-Paketes schon länger verfügbar. Einziges Problem: Bislang mussten sich Ubuntu-Nutzer mit einer manuellen Installation zufrieden geben, was bedeutet, dass man bei Aktualisierungen diese nicht automatisch bei Durchführung eines Updates mit apt beziehen konnte. Nun habe ich auf WebUpd8.org einen Beitrag mit entsprechenden Quellen entdeckt.

Da im WebUpd8.org-Beitrag dem Autor leider ein klitze-kleiner Fehler unterlaufen ist – vermutlich weil OpenOffice neu installiert wurde, statt aktualisiert zu werden – hier das gleiche nochmal “fehlerbereinigt” auf Deutsch.

Zunächst muss die neue PPA-Quelle dem Repository hinzugefügt werden:

sudo add-apt-repository ppa:openoffice-pkgs/ppa

Anschließend müssen die lokalen Repository-Daten aktualisiert werden:

sudo apt-get update

Nun kommt es drauf an, ob man eine Neuinstallation oder ein Upgrade durchführt. Wer mag, kann natürlich die alte Version zunächst deinstallieren und anschließend neu installieren. Eine Installation führt mit folgender Zeile aus:

sudo apt-get install openoffice.org openoffice.org-gnome

Wer dagegen ein Upgrade ausführen möchte, sollte ein Distributions-Upgrade durchführen, da ansonsten – dies ist der eben genannte Fehler des WebUpd8.org-Beitrags – nur Teile des OpenOffice 3.2 Paketes heruntergeladen und installiert werden. Dies geschieht mit folgender Zeile:

sudo apt-get dist-upgrade

Und nun viel Spaß mit dem neuen OpenOffice!